Taufe

Taufvorbereitung und Termine  2018

Zur Vorbereitung der Taufe Ihres Kindes laden wir Sie zu zwei Gesprächsabenden mit den anderen Taufeltern ein. Die Treffen bieten die Möglichkeit, Eltern in ähnlichen Situationen kennen zu lernen und sich über Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsam wollen wir den Spuren unseres Glaubens nachgehen und die Tauffeier vorbereiten.

Am ersten Abend, der von den Taufkatecheten begleitet wird, sprechen wir über die Veränderungen, die mit der Geburt eines Kindes verbunden sind sowie über Symbole der Taufe und deren Bedeutung.

Der zweite Abend dient der Vorbereitung der Tauffeier. An diesem Abend ist auch unser Pfarrer dabei. Die Vorbereitungsabende finden im Gemeindehaus neben der St. Wolfgangskirche in Pfullingen statt, auch die Taufpaten sind herzlich eingeladen, soweit ihnen die Teilnahme möglich ist. Die Gespräche beginnen um 20.00 Uhr und gehen bis 21.00 Uhr.

 

St. WolfgangBruder Konrad1.Vorbereitungstreffen2.Vorbereitungstreffen
20.01.1810.01.1817.01.18
17.02.1801.02.1807.02.18
21.04.1811.04.1818.04.18
05.05.1811.04.1818.04.18
14.07.1805.07.1811.07.18
13.10.1804.10.1810.10.18
20.10.1804.10.1810.10.18
17.11.1807.11.1814.11.18

Tauftermine: jeweils Samstag nachmittags, 14.00 Uhr

 

Tieferer Sinn von Taufe

Ein Kind taufen lassen, wo doch in den Anfängen der Kirche von Johannes dem Täufer Erwachsene, einschließlich Jesus, im Jordan getauft wurden?

Taufe nur, weil dieses erste der sieben Sakramente der Tradition wegen nun einmal dazu gehört?

Taufe, um einfachhin – kirchensteuerpflichtig – seinen Mitgliedsbeitrag in der christlichen Kirche zu zahlen und aktiv/passiv vielleicht einen Nutzen davon zu haben, etwa konfessioneller Kindergarten, Religionsunterricht, Erstkommunion, Firmung, Trauung und kirchliche Beerdigung? Und das war ’s?

Taufe als Garantieschein für das Leben in Fülle auf ewig ganz bei Gott, ohne dafür etwas tun zu sollen?

 

Taufe heißt

1) Bewusste Entscheidung – für oder gegen Jesus, dem Christus (und seine Kirche) – , getroffen stellvertretend von den Eltern und Paten oder aber vom Täufling selbst.

2) Bereitschaft, in die Fußstapfen Jesu zu treten, IHM nachzufolgen mit allen Konsequenzen, (Glaubens-) Zeugnis zu geben von seiner Lehre, seinem Beispiel, seiner Liebe – in der Familie, am Arbeitsplatz, im kirchlichen Leben, in der gesellschaftlichen Herausforderung, in der Freizeitgestaltung.

3) Kein Taufschein- bzw. U-Boot-Christ zu sein, sondern sich aktiv und kontinuierlich in die Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort in der Gemeinde und in der Seelsorgeeinheit einzubringen, mit den Talenten, Fähigkeiten, Gaben und Charismen, die mir geschenkt worden sind, auch zum Gemeinwohl und Nutzen für andere.

4) Am gottesdienstlichen Leben teilnehmen, um stets aufs Neue schöpfen zu können aus den Quellen unseres Glaubens: aus dem Wort Gottes, aus der Feier des Testamentes/Vermächtnisses/Abendmahls/der Eucharistie Jesu Christi, zusammen mit vielen anderen Glaubenden auf dem Weg (ich kann nicht auf Dauer allein glauben – und auch nicht allein leben – , ich brauche den anderen und dessen Zeugnis für Christus).

 

Die urchristliche Taufpraxis verdeutlicht das eindrücklich:

Der Erwachsene, der sich taufen lassen wollte, stieg auf der einen Seite in den Fluss hinein (Jordan – bei uns wäre es die Echaz), tauchte ganz unter (taufen kommt von tauchen) – wer zu lange unter dem Wasser bleibt, ertrinkt (Hinweis darauf, mit Christus einmal zu sterben: unter das Wasser getaucht, in die Erde gebettet, ins Felsen-Grab gelegt) – und tauchte auch wieder auf (vorweggenommenes Zeichen für die Auferstehung). So konnte der Getaufte – sprichwörtlich – sagen: „Ich fühle mich wie neu geboren“, mit neuer Power, Kraft von oben, erfüllt von Gottes Heiligem Geist. Nach der Taufe kehrte er nicht mehr zum alten Fluss-Einstieg zurück, sondern streckte sich als neuer, von Christus erfüllter Mensch nach vorne aus, hin zum anderen, neuen Ufer (mit Blick über den Horizont hinaus in die Herrlichkeit/Ewigkeit Gottes hinein), und stieg auf der anderen Seite des Flusses wieder aus dem Wasser heraus.

Dadurch, dass noch immer vorrangig Kinder getauft werden, sind dieses althergebrachte Taufritual und der tiefere Sinn von Taufe nahezu verlorengegangen und durch das Übergießen von Wasser ersetzt worden.

 

Biblische Quellen dazu sind u.a.: Römer 8,28-32; Galater 3,26-28 (vgl. Taufkleid); Philipper 3,7-14; Matthäus 3 / Markus 1,1-11 / Lukas 3,1-22 / Johannes 1,19-34.

 

Dekan Hermann Friedl